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29
Jul

Grüner Haushalt Challenge: Die Haare

Auch die Haare wollen diesen Monat gewaschen werden. Und das ist bei meinen Haaren durchaus eine Herausforderung. Mit den meisten gekauften Shampoos komme ich nicht gut zurecht – ich habe immer das Gefühl, sie nicht richtig aus meinen Haaren spülen zu können. In letzter Zeit war ich sehr zufrieden mit dem festen Shampoo, dass ich verwendet habe. Daher war ich etwas unsicher, als ich was Neues probiert habe. War diese Unsicherheit berechtigt?

Variante 1: Kastanienshampoo

Dies habe ich schon vor dem Challengemonat probiert. Für mein Waschmittel habe ich im letzten Herbst schon viele Kastanien gesammelt, zerkleinert und getrocknet. Diese konnte ich nun als Basis für mein Kastanienshampoo verwenden. Wenn Kastanien als Waschmittel super funktionieren, warum dann nicht auch als Shampoo.

Zutaten:

  • 280g getrocknetes Kastanienpulver (oder auch Frische in Scheiben geschnitten)
  • 700ml Wasser
  • 1 Apfel, kleingeschnitten
  • 4EL Speisestärke/ 2-3EL Flohsamenschalen

Die Kastanien und den Apfel mit dem Wasser in einen Topf geben und 25 min sanft köcheln lassen. Danach das Ganze durch ein Tuch geben und den Sud auffangen. Der Sud wird dann angedickt mit Speisestärke oder Flohsamenschalen. Diese einrühren und einkochen bis die Mischung eine Shampooartige-Konsistenz hat.

Beim ersten mal habe ich Flohsamenschalen verwendet. Diese habe ich aber leider nicht klumpenfrei eingerührt gekriegt. Deswegen habe ich einen zweiten Versuch gestartet und diesmal Speisestärke verwendet. Damit habe ich eine sehr gute Konistenz hingekriegt.

Also ab in die Dusche und austesten. Bei der Anwendung war das Shampoo sehr angenehm und hat sich gut im Haar angefühlt. Trotzdem hatte ich leider das Problem wie mit vielen anderen Shampoos, dass es sich nicht vollständig auswaschen ließ. Ich vermute, dass ich zu viel Speisestärke verwendet habe und daher das Shampoo zu sehr in den Haaren hängen bleibt. Leider hatte ich nicht mehr genug Kastanien für einen weiteren Versuch, wenn ich sie auch noch als Waschmittel nehmen möchte. Ich werde im Herbst nochmal einen neuen Versuch mit frischen Kastanien und einem anderen Bindemittel versuchen (z.B. Apfelpektin).

Variante 2: Natron und Apfelessig

In diesem Challenge Monat war mein erstes Experiment die Haare mit Natron und Apfelessig zu waschen.

Zutaten:

  • 4 TL Natron
  • 400ml warmes Wasser
  • 2 EL Apfelessig
  • 5 Tropfen Ätherisches Rosmarin- oder Teebaumöl
  • 1l kaltes Wasser

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Bei dieser Variante wird Natron mit Wasser zum Waschen verwendet und Apfelessig mit Ätherischem Öl und Wasser als Spülung hinterher. Shampoo und Spülung werden jeweils direkt vor der Anwendung zusammengemischt. Die Mengen oben sind für meine langen Haare, für kürzere Haare reichen auch kleinere Mengen. Das Natron in 400 ml warmes Wasser einrühren. Den Apfelessig und das Ätherische Öl mit 1l kaltem Wasser vermischen.

Unter der Dusche zuerst einfach die Natronmischung gut im Haar verteilen und hinterher ausspülen. Danach dann dasselbe mit der Apfelessiglösung. Bei der Anwendung auf die Augen aufpassen – ich spreche aus Erfahrung.

Die Anwendung ist zunächst etwas ungewohnt, da man im Grunde das Gefühl hat nur große Mengen Wasser über den Kopf zu gießen, aber das Ergebnis ist überzeugend. Nach dem ersten Versuch hatte ich es auch raus, wie man es gut verteilt und brennende Augen vermeiden kann. Meine Haare sind nach dieser Anwendung wunderbar weich und gut kämmbar.

Variante 3: Roggenmehl

Als ich von der Roggenmehl-Haarwäsche gehört habe, war ich skeptisch. Ich weiß ja wie Mehl beim Backen klebt, wenn man es mit viel Wasser vermischt. Das bleibt doch bestimmt in den Haaren hängen. Andererseits hat Roggenmehl wohl sehr viel weniger Gluten als Dinkel oder Weizen. Gut, einen Versuch ist es Wert.

Zutaten:

  • 4EL Roggenmehl (am besten Vollkorn)
  • 300ml lauwarmes Wasser

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Die Mengen sind wieder für langes Haar, und können bei kürzerem Haar entsprechend verringert werden. Probiert es einfach aus. Das Roggenmehl mit einem Schneebesen in das Wasser einrühren bis es klumpenfrei ist. Auch wenn es am Anfang noch zu flüssig scheint wird es nach kurzer Zeit fester und nimmt eine shampooartige Konsistenz an. Wenn Vollkornmehl verwendet wird, muss die Mischung 1-2 Stunden stehen, damit die harten Teile weich werden und die pflegenden Wirkstoffe aus den Schalen rausgelöst werden.

Das Roggenshampoo kann dann wie jedes andere Shampoo in die Haare eingerieben werden und sollte danach 5 Minuten einwirken. Danach gründlich ausspülen, ein Paar der nicht ganz weich gewordenen Körnchen verstecken sich gerne. Die Haare fühlen sich an, wie nach einer guten Spülung. Das übrige Shampoo kann man übrigens auch wunderbar als Duschgel verwenden, die im Roggenmehl erhaltenen Stoffe sind auch sehr gut zur Hautpflege geeignet. Das Roggenmehlshampoo kann zwar für kurze Zeit (max. 1 Tag) im Kühlschrank aufbewahrt werden, wird aber generell nach Bedarf frisch zubereitet.

Alle diese Varianten kann man noch nach Bedarf mit verschiedenen Zutaten ‚upgraden‘. Außerdem funktioniert auch Kaffeesatz sehr gut als Haarspülung und Hautpeeling. Ich werde ab jetzt wohl Natron und Apfelessig verwenden, wenn es schnell gehen muss und regelmäßig das Roggenshampoo verwenden für zusätzliche Pflege. Ich freue mich über eure Erfahrungen zu hören.

Foto: Andy Happel Photography

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