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09
Feb

11+ Dinge, auf die du bewusst verzichten könntest

Coffee to Go, Geschenkpapier, Trinkhalme… brauchen wir das alles wirklich oder könnten wir auf so manches auch einfach verzichten? In einem vorherigen Artikel, ging es bereits um den Gedanken, bestimmte Dinge vielleicht besser loszulassen, anstatt für alles eine nachhaltige Alternative zu suchen. Wäre das nicht mit Abstand die nachhaltigste aller Möglichkeiten? Kommen wir nun zu konkreten Beispielen potenziell unnötiger Dinge.

Das soll natürlich nicht heißen, dass du auf alles, was genannt wird verzichten sollst. Es handelt sich um Möglichkeiten, nicht um Verbote. Lass dich also anregen, nicht aufregen! 🙂

Trinkhalme

Ein Paradebeispiel überflüssiger Dinge, welches mich zu diesem Thema inspiriert hat. Trinkhalme dienen im Alltag dazu Cocktails, Longdrinks und Latte macchiatos zu schlürfen. Oder eine Saftschorle. Ziemlich dekadent und unnötig – sind die meisten von uns doch durchaus dazu geschaffen, den Flüssigkeitsbedarf auch ohne Trinkhalm zu decken*. Als nachhaltige Alternative könntest du nun Glas-Halme nutzen und in jede Bar mitschleppen. In Zukunft eventuell sogar die essbare Trinkhalm-Version knabbern. Du könntest aber auch völlig darauf verzichten und das nächste mal in der Bar ein freundliches „Bitte ohne Trinkhalm“ ergänzen.

* eine Ausnahme stellt sicherlich die Verwendung von Trinkhalmen in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen dar.

Auto

Ich begegne ständig Menschen, die sich wundern, dass ich seit Jahren kein Auto mehr fahre. Ob mich das denn nicht einschränkt, fragen sie mich. Die Antwort: Nein. Es ist alles nur eine Frage der Gewohnheit. Ich komme überall hervorragend zu Fuß, mit dem Rad oder den Öffentlichen hin. Und dass die Bahn öfter mal zu spät kommt, damit kann ich leben. Schließlich stehen andere Menschen dafür im Stau. Ich mache mir auch keine Gedanken darüber, ob ich mit einem Auto vielleicht flexibler wäre. Ich muss nicht nach Parkplätzen suchen, bekomme keinen Topsuchtanfall während der rush hour, Benzinpreise sind mir egal und ich muss mich um ein pflegebedürftiges Ding im Leben weniger kümmern.

Butter und Margarine

Wir sind aus irgendwelchen Gründen daran gewöhnt, uns Fett auf’s Brot zu schmieren. In Form von Butter oder – in der veganen Variante – Margarine. Das wäre ja beides halbwegs sinnvoll, wenn es das (und ein paar Radieschen) gewesen wäre. Oder wir sonst nicht viel zu essen hätten. Jedoch benutzen wir Streichfett in der Regel als Unterlage für weiteren Belag, sei das nun Käse, Wurst, Veganes oder Schokocreme.

Auch ohne  Butter und Co, kommen wir also noch locker auf unseren täglichen Fettbedarf. Außerdem: Butter hat zu viel Cholesterin, Margarine stoffwechselstörende Transfettsäuren und Alsan Palmfett. Ja ich weiß, Fett ist natürlich auch Geschmacksträger… Könntest du dennoch dein Brötchen auch ohne die kleine Portion Extra-Fett genießen?

Coffee to Go

Ich bin hochgradig überempfindlich geworden, wenn ich Pappbecher mit Plastikdeckel sehe. Ich würde sie am liebsten jedem – vom vollbeschäftigten Starbucks-Business-Mensch bis hin zum armen Backwerk-Studenten mit einer wild fuchtelnden Geste aus der Hand schlagen. Dabei weiß ich natürlich, dass meine aggressive Haltung völlig unangebracht ist. Schließlich habe ich mir früher selbst meinen Kaffee in Pappe bestellt. Mittlerweile habe ich einen wieder befüllbaren to Go Becher aus Bambus. Allerdings benutze ich ihn gar nicht… denn ich trinke keinen Kaffee mehr unterwegs. Coffee to sit oder Coffee at home anstatt to go – wäre das auch was für dich?

Geschenkpapier

Der Nutzen von Geschenkpapier ist äußerst fragwürdig. Es soll die Vorfreude auf mehr oder weniger sinnvolle Inhalte steigern. Insbesondere an Weihnachten boomt der Geschenkpapierverbrauch mit rund 8000 Tonnen pro Jahr. Weil dafür jede Menge Bäume und andere Ressourcen sinnlos verschwendet werden, gibt es Recycling-Geschenkpapier. Aber mal ernsthaft – ist das wirklich nötig?

Gesichtswasser

Es verspricht porentiefe Reinigung und einen perfekten Teint. Sogar eine Hautärztin sagt mir einmal, ich solle bei meinem Hauttyp keinesfalls auf Gesichtswasser verzichten. Nachdem ich mich diesem Rat letztendlich rebellisch widersetzt hatte, kann ich nur sagen: Ich benutze seit Jahren kein Gesichtswasser mehr und es hat sich nichts verändert. Alternativ kannst du übrigens sehr gut Apfelessig oder Natronwasser zur Gesichtsreinigung verwenden.

Kaffee

Die einen bezeichnen ihn als Droge, die anderen als ein Stück Lebensqualität. Dass diese Lebensqualität allerdings enorme ökologische und soziale Abgründe besitzt, wird meistens dezent übersprungen. Fairtrade verspricht soziale Gerechtigkeit, bio nachhaltige Landwirtschaft. Schaut man sich jedoch in den Läden um, wo und vor allem zu welchen Preisen mittlerweile solch „nachhaltiger“ Kaffee verkauft wird, ist es wohl eher fraglich, ob man durch den Konsum von besiegeltem Kaffee die Welt verbessern kann. Könntest du völlig drauf verzichten?

Küchenrolle

Einmal wisch‘ und weg – in den Müll. Nachhaltig sind Küchenrollen nicht grade, dennoch gehören sie zum Standard im deutschen Haushalt. Mittlerweile gibt es Küchenrollen aus Bambus, die sollen nachhaltiger sein. Stimmt vermutlich. Noch nachhaltiger wäre es allerdings gar keine Küchenrolle zu verwenden. Ein waschbares Küchentuch tut es doch auch, oder? Dann brauchst du dir auch keinen hässlichen Küchenrollenhalter kaufen.

Schokoaufstrich

Nutella ist böse. Das haben mittlerweile viele erkannt. Es besteht fast nur aus Palmöl und Zucker. Für’s Image und die Farbe gibt’s noch eine Prise Haselnuss und Kakaopulver – und natürlich Milchpulver für die extra Portion Calcium. Gesund ist das nicht und Ferrero gehört auch nicht gerade zu den Marken, die man unterstützen möchte. Schmecken tut’s aber dann doch – auch uns Ökos. Denn nur so erklären sich die Unmengen an „nachhaltigen“ und veganen schokoladig-nussigen Nutella-Alternativen in Bioläden. Ist ein Leben ohne vorstellbar?

(Klamotten) Shoppen

Es heißt Kleider machen Leute. Dementsprechend verbringen viele Menschen ihre Freizeit damit, Shoppen zu gehen. Um der Ausbeutung von Primark & Co. entgegenzuwirken gibt es mittlerweile nachhaltige Mode. Faire Biolabels kann sich nun jeder mit scheinbar reinem Gewissen kaufen. Dennoch: Ist „nur-dann-shoppen-wenn-ich-wirklich-etwas-brauche“ nicht die nachhaltigste Methode? Die wenigsten von uns, müssten wohl nackt auf die Straße gehen, wenn sie ihren Kleidungskonsum um 50% reduzieren würden. Und dann gibt es ja auch noch secondhand-Läden und die Möglichkeit zu tauschen.

Toilettensteine bzw. WC Reiniger-Duftspüler

Zwei Worte, um diese Erfindung, auf die 1963 ein Patent angemeldet wurde, in Worte zu fassen: völlig sinnlos.

Der Toilettenstein ist ein Ding-gewordenes Beispiel für unsere Liebe zur Illusion. Wir hätten es gern frisch, sauber und 100% keimfrei. Ein wenig gelbe Farbe und künstlicher Zitronenduft reicht jedoch bereits, um unsere Sinne zu trüben und den Drang nach Hygiene zu befriedigen. Fakt ist: Toilettensteine machen nichts sauber. Sie sind ungefähr genauso hilfreich zur Kloreinigung, wie ein Topf weiße Wandfarbe zur Schimmelentfernung. Um Keime abzutöten muss ein Wirkstoff einwirken können. Das kann nicht geschehen, wenn die Flüssigkeit innerhalb von 2 Sekunden gemeinsam mit dem Wasser wieder die Toilette verlässt. Der Geruchs- und Keimbildung wirkst du am besten durch klassisches Putzen entgegen – das geht übrigens super mit einfachem Haushaltsessig.

Weitere Möglichkeiten

Während ich diesen Beitrag verfasse, fallen mir unglaublich viele Dinge ein, auf die man bewusst verzichten könnte. Da ich aber kein Buch schreiben möchte, hier eine kleine Liste mit weiteren Möglichkeiten:

  • Fleisch
  • exotisches Superfood
  • Teelichter
  • Zigaretten
  • TV
  • feuchtes Toilettenpapier
  • Haarspray
  • Make-Up
  • Watte-Pads
  • Bodylotion
  • Milch
  • Gemüsebrühe
  • Tütensuppen
  • Würstchen (inkl. vegane Würstchen)
  • Gummibärchen (inkl. vegane Gummibärchen)
  • Parfüm
  • Haar-Spülung
  • Haar-Conditioner
  • Alkohol
  • Luftballons

Fazit

Ich glaube, dass wir viele Dinge nur aus purer Gewohnheit konsumieren. Bei einem bewussten Verzicht geht es nicht um Verbote. Es geht vielmehr darum, sich von unnötigen Dingen zu befreien. In vielen Fällen wirst du realisieren, dass du diese gar nicht brauchst. Durch Verzicht erübrigen sich auch innere Konflikte. Beispielsweise, wenn es darum geht, nachhaltige Alternativen zu kaufen oder Geld für etwas ausgeben zu müssen. Die genannten Beispiele sollen keineswegs erhobene Zeigefinger darstellen, sondern Möglichkeiten. Für jeden sind andere Dinge verzichtbar und die Liste ließe sich sicherlich unendlich fortführen.

Auf was könntet du bewusst verzichten?

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